Energieausweis Der in der gesamten Schweiz einheitliche und genormte Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK) enthält viele interessante Kennwerte eines Gebäudes und zeigt, wie viel Energie es bei einer standardisierten Nutzung benötigt. Seit 2009 kann der Ausweis auf freiwilliger Basis für die eigene Immobilie erworben werden, der dann Daten über die Gebäudehülle, die Gebäudetechnik und die elektrischen Einrichtungen liefert.

Die energetische Effizienz der Immobilie wird durch zwei Pfeile dargestellt, wobei der erste den Zustand der Gebäudehülle und der zweite die Gesamtenergieeffizienz anzeigt. Der von einem zuständigen Energieberater ermittelte Bedarf wird mit der effektiv benötigten Energiemenge von Gas, Öl und Strom verglichen und dann jeweils in sieben Energieklassen eingeteilt. Dies gilt für Bestandsgebäude ebenso wie für Neubauprojekte. Auf diese Weise erhalten Immobilienbesitzer eine objektive Beurteilung des energetischen Zustandes und der Energieeffizienz Ihres Gebäudes.

Die Gültigkeitsdauer des Ausweises ist abhängig vom Alter der Immobilie und gilt, solange keine wesentlichen Änderungen vorgenommen werden, welche sich beispielsweise auf den Heizwärmebedarf auswirken könnten. Gebäude mit einem Alter von bis zu drei Jahren erhalten den GEAK für neue Gebäude, der zehn Jahre ab Ausstellungsdatum gültig ist. Mindestens vier Jahre alte Gebäude erhalten den regulären GEAK, der ebenfalls zehn Jahre gilt. Auch Bauprojekte, die noch in der Planungsphase sind, können einen provisorischen Gebäudeenergieausweis erhalten, der eine Gültigkeitsdauer von drei Jahren aufweist.

Nachfolgend finden Immobilieneigentümer und Immobilienverkäufer in der Schweiz Informationen über den Gebäudeenergieausweis.

Welche Vorteile bietet der Gebäudeenergieausweis?

Während in Deutschland und Österreich der Energieausweis obligatorisch ist, können Immobilieneigentümer in der Schweiz selbst entscheiden, ob sie einen Gebäudeenergieausweis für nötig erachten oder nicht. Obwohl die Anschaffung eines Ausweises mit einem gewissen Zeit- und Geldaufwand verbunden ist, bietet er für den Eigentümer viele Vorteile:

  1. Der GEAK gibt eine Auskunft über den energetischen Ist-Zustand der Liegenschaft sowie über das energetische Verbesserungspotenzial von Gebäudehülle und Gebäudetechnik
  2. Transparenz bei den zu erwartenden Energiekosten und den thermischen Wohnkomfort beim Kauf- oder Mietentscheid. Dies schafft Vertrauen.
  3. Für die Planung von Modernisierungsmassnahmen an der eigenen Immobilie ist der GEAK das ideale Instrument.
  4. Ein Vergleich aller zertifizierten Gebäude der Schweiz ist auf einen Blick möglich.
  5. Das individuelle Investitionsbudget ermöglicht eine Staffelung der baulichen Massnahmen, um künftige Energiekosten zu senken und den Wohnkomfort zu erhöhen.
  6. Für die Gegenüberstellung der Planungswerte von Bauprojekten und dem effektiven Energieverbrauch ist der GEAK eine gute Hilfe.

Für Immobilieninteressenten ist der Gebäudeenergieausweis eine gute Entscheidungshilfe, da dieser interessante Informationen über das favorisierte Objekt liefert.

Was kostet der Energieausweis?

Für interessierte Immobilieneigentümer besteht die Möglichkeit, zuerst einen vereinfachten Gebäudeenergieausweis, den GEAK-light, online erstellen zu lassen. Dieser Ausweis ist kostenlos und zeigt auf zwei Seiten den energetischen Zustand der Immobilie auf. Der GEAK-light dient zur Einschätzung einer Liegenschaft und hat keine Verbindlichkeit oder rechtliche Gültigkeit.

Soll diese erlangt werden, muss ein zertifizierter Experte den GEAK ausstellen und unterzeichnen. Dafür ist eine Begehung des Experten vor Ort die Voraussetzung, um eine realistische Einschätzung des Zustandes zu gewährleisten. Mit dem GEAK wird auf einer zusätzlichen Seite aufgelistet, welche energetischen Sanierungsmassnahmen in Betracht gezogen werden können. Je nach Anbieter und Kanton kommen unterschiedliche Kosten auf den Eigentümer zu. Für ein Einfamilienhaus fallen etwa 500 CHF an, für ein Mehrfamilienhaus müssen Eigentümer mit um die 800 CHF rechnen.

Als drittes Beratungstool steht der GEAK-plus zur Verfügung. Dieser liefert Immobilieneigentümern einen detaillierteren Bericht, in dem neben möglichen Massnahmen auch eine grobe Kostenschätzung angegeben wird. Der GEAK-plus baut auf dem GEAK auf und kann gemeinsam mit einer fachkundigen Gebäudeanalyse erstellt werden, was Kosten für den Eigentümer senkt. Wie auch beim GEAK, variieren die Kosten je nach Anbieter und Kanton, in der sich die Liegenschaft befindet. Im Durchschnitt werden 1500 CHF für ein Einfamilienhaus und 1900 CHF für ein Mehrfamilienhaus berechnet.

Wie sehen die sieben Energieklassen für Gebäude aus?

Energieausweis für die Schweiz

Als Verbraucher kennt man die Einteilung in verschiedene Energieklassen bereits von Kühlschränken und anderen Elektrogeräten. Die Energieklassen sollen den Energieverbrauch und -bedarf eines Gebäudes deutlich darstellen, damit Verbraucher einen schnellen Überblick über die Energiekennwerte einer Immobilie erhalten.

In der Schweiz wird die Energieeffizienz der Liegenschaft auf dem Gebäudeenergieausweis durch zwei Pfeile dargestellt. Der erste Pfeil zeigt den Zustand der äusseren Gebäudehülle an und ist die wichtigste Grösse zur Beurteilung des Wärmebedarfs. Der zweite Pfeil zeigt die Gesamtenergieeffizienz der Immobilie und umfasst den Heizwärmebedarf, die Gebäudetechnik sowie den Elektrizitätsbedarf. Insgesamt gibt es sieben Energieklassen von A (sehr effizient) bis G (wenig energieeffizient). Genaue Angaben sind zwar erst nach einer genauen Prüfung möglich, typische Merkmale der einzelnen Energieklassen lassen sich aber folgendermassen zusammenfassen:

  • A: Hervorragende Wärmedämmung, eine hocheffiziente Gebäudetechnik für Wärmeerzeugung und Beleuchtung sowie der Einsatz erneuerbarer Energie.
  • B: Neubaustandard bezüglich Gebäudehülle und Gebäudetechnik aufgrund der gesetzlichen Anforderungen sowie der Einsatz erneuerbarer Energie.
  • C: Altbauten mit umfassend erneuerter Gebäudehülle sowie erneuerter Wärmedämmung und Gebäudetechnik. Meistens unter Einsatz erneuerbarer Energie.
  • D: Nachträglich gut gedämmter Altbau, jedoch mit deutlichen Lücken oder ohne den Einsatz von erneuerbarer Energie.
  • E: Teilerneuerte Altbauten mit erheblicher Verbesserung der Wärmedämmung, inkl. neuer Wärmeschutzverglasung und neuer Geräte.
  • F: Gebäude, die teilweise gedämmt und höchstens teilweise saniert sind. Eventuell unter Einsatz einzelner neuer Komponenten.
  • G: Altbauten mit mangelhafter Dämmung und einer veralteten Anlagentechnik ohne den Einsatz erneuerbarer Energie.

Welche Daten werden im Gebäudeenergieausweis (GEAK) berücksichtigt?

Der Ausweis enthält verschiedene Angaben, die Aufschluss über die Immobilie geben können. Neben den allgemeinen Informationen zum Gebäudeenergieausweis der Kantone sowie einer Beschreibung der Energieklassen, hält der Energieausweis weitere, detaillierte Informationen und Kennzahlen zur Immobilie bereit.

Auf der ersten Seite des Ausweises finden sich:

  • Daten zur geprüften Immobilie
  • eine grafische Darstellung der beiden Energieklassen
  • Kenndate der Standardnutzung
  • der Energiebedarf des Gebäudes bei einer Standardnutzung
  • die Unterschrift des Experten, der für die Richtigkeit seiner Angaben bürgt

Auf der zweiten Seite werden folgende Angaben gelistet:

  • eine genaue Beschreibung der Liegenschaft
  • eine Auflisten der aktuell genutzten Gebäudetechnik
  • die aktuellen Verbrauchsdaten
  • eine grobe Beurteilung der einzelnen Bauteile und der Haustechnik
  • Hinweise auf den aktuellen Zustand der Technik
  • Hinweise zu Erneuerungsmassnahmen
  • weitere allgemeine Informationen

Auf der dritten Seite finden Sie:

  • Empfehlungen des Experten zu energietechnischen Massnahmen
  • einen Beschrieb von Gebäudehülle, Heizung, Warmwasserbereitung und weiteren Elektrizitätsbedarfs
  • sowie Hinweise zum Benutzerverhalten

Der Weg zu Ihrem Gebäudeenergieausweis:

Möchten Sie zuallererst die Energieeffizienz Ihrer Liegenschaft zunächst einmal selbst einschätzen, können Sie auf der offiziellen Webseite Ihre Gebäudedaten online in den GEAK-Rechner eingeben, um den GEAK-ligt Ausweis zu bekommen. Sie erhalten dann eine grobe Übersicht über die Effizienz Ihrer Immobilie. Diese Daten können Sie speichern und später an einen zertifizierten Experten übermitteln.

Im zweiten Schritt wählen Sie aus der offiziellen Experten-Liste einen Ansprechpartner in Ihrer Nähe. Hierbei sollten Sie mehrere Angebote einholen, da die Kosten je nach Aufwand unterschiedlich hoch ausfallen. Der von Ihnen gewählte Experte erstellt auf Basis einer ersten Immobilienbegehung, der Hauspläne und der Energieberechnungen den offiziellen Gebäudeenergieausweis (GEAK).

Entscheiden Sie sich für einen Ausweis mit einem zusätzlichen Beratungsbericht, den GEAK-plus, so definieren Sie gemeinsam mit dem Spezialisten im dritten Schritt Ihre individuellen Wünsche und die Bedürfnisse der Immobilie. Daraus werden bis zu drei mögliche Massnahmenpakete zur Optimierung der Energieeffizienz erarbeitet, die auch den finanziellen Möglichkeiten entsprechen.

Als Ergebnis erhalten Sie Ihr Dokument elektronisch sowie in Papierform. Die Erstellung des Energieausweises wird von einigen Kantonen sogar finanziell gefördert. Eine genaue Auskunft erhalten Sie bei der zuständigen Energiefachstelle Ihres Kantons.

Wer stellt den Energieausweis aus?

In der Schweiz darf der Energieausweis nur von zertifizierten Experten ausgestellt werden. Für diese Zertifizierung zugelassen sind verschiedene Berufe, wie beispielsweise Ingenieure, fachkundige Energieberater und Haustechnikplaner. Gebäudeeigentümer haben bei der Wahl des Experten freie Wahl. Nur Eigentümer sind berechtigt, einen Energieausweis für ihre Immobilie ausstellen zu lassen. Mieter müssen sich deshalb auf Wunsch mit dem zuständigen Immobilienbesitzer in Verbindung setzen.