Immobilien Steuern SchweizLeben Sie in der Schweiz und ziehen den Kauf einer inländischen Immobilie in Erwägung, erben Sie eine Immobilie oder sind Sie bereits Immobilienbesitzer, kommen einige Steuerabgaben auf Sie zu. Die Höhe einiger Immobiliensteuern in der Schweiz variiert je nach Kanton.

Auch die Anwendung der verschiedenen Steuern auf Liegenschaften liegt in den Händen der Kantone oder Kommunen. So gibt es beispielsweise die Liegenschaftssteuer gar nicht in allen Regionen der Schweiz und die Erbschaftssteuer erhebt je nach Kanton unterschiedlich hohe Beträge.

Die Grundstückgewinnsteuer

Zu den unumgänglichen Anschaffungskosten beim Kauf einer Immobilie gehört die Grundstückgewinnsteuer. Diese einmalige Immobiliensteuer ist eine Sondersteuer und wird beim Vertragsabschluss für den Kauf einer Immobilie fällig. Je nach Kanton ist der Steuersatz unterschiedlich und bemisst sich nach der Dauer des Besitzes meist degressiv.

Der Verkäufer der Immobilie oder des Grundstücks ist grundsätzlich der Steuerschuldner. Einigen sich Verkäufer und Käufer darauf, dass der Käufer die Steuer trägt, gilt dies als eine „weitere Gegenleistung“, die dann steuerlich auf den Kaufpreis geschlagen wird. Der besteuerbare Gewinn ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Veräusserungserlös und den gesetzlich vorgesehenen Abzügen.

Die Handänderungsteuer

Die Handänderungssteuer ist eine sogenannte Rechtsverkehrssteuer und wird in der Schweiz von den Kantonen oder Gemeinden erhoben und wird fällig, wenn ein Grundstück oder eine Immobilie den Besitzer wechselt.

Je nach Kanton liegen die Steuersätze in unterschiedlicher Höhe zwischen 0,5 bis 3 Prozent. Besteuert wird dabei der Kaufpreis der Immobilie beziehungsweise deren aktueller Marktwert. Die Handänderungsteuer wird in der Regel jeweils zur Hälfte vom Verkäufer und vom Käufer gezahlt. Die beiden Kantone Zürich und Schwyz erheben diese Steuer allerdings nicht.

Je nach Kanton können Handänderungen in der Schweiz aus folgenden Gründen von der Steuer befreit werden:

  • Immobilienübertragungen unter Ehegatten
  • Erbvorbezug, inklusive gemischter Schenkungen und Erbteilungen
  • Tausch und Schenkung
  • Landumlegung oder Güterzusammenlegung
  • Ersatzbeschaffung bei selbst bewohnten Eigenheimen oder Wohnungen (ohne Ferienwohnungen)

Die Liegenschaftensteuer

Immobilien Steuern Schweiz

Die Liegenschaftssteuer wird von den Schweizer Kantonen und Kommunen auf das Grundeigentum erhoben. Sie ist eine sogenannte Sondersteuer, die der Vermögenssteuer ähnelt und die zu einer steuerlichen Doppelbelastung des Grundvermögens führt. Besteuert wird meistens der Verkehrswert der Immobilie.

Im Grundbuch eingetragene Immobilieneigentümer müssen diese Steuer entrichten, die auf das volle Steuerwerk der Liegenschaft berechnet wird. Ungeachtet dessen, wo der Besitzer seinen Wohnsitz hat, muss die Immobilie in dem Kanton versteuert werden, in dem das Grundstück sich befindet. Die Liegenschaftensteuer Die Kantone Zürich, Schwyz, Glarus, Zug, Solothurn, Aargau und Basel-Landschaft verzichten auf die Erhebung dieser Steuer.

Die Vermögenssteuer

Die Vermögenssteuer ist eine Substanzbesteuerung und besteuert das Reinvermögen. Hierzu zählen unter anderem auch private sowie gewerbliche Liegenschaften. Hausrat und persönliche Gebrauchsgegenstände gehören jedoch nicht dazu. Die Steuer ist als eine Ergänzungssteuer zur Einkommenssteuer zu sehen und wird unabhängig von der Höhe des Einkommens erhoben.

Bestimmend für die Höhe des zu zahlenden Betrages ist der jeweilige Steuerwert der Immobilie. Dieser wird in den Schweizer Kantonen unterschiedlich berechnet. Bei der Vermögenssteuer mindern nachgewiesene Schulden den Vermögenswert der Immobilie und somit auch die fälligen Steuerabgaben.

Der Eigenmietwert

Wer in der Schweiz in seinen eigenen vier Wänden wohnt, muss den so genannten Eigenmietwert als Einkommen versteuern. Dieser entspricht dem Betrag, den der Eigentümer bei einer Vermietung erzielen würde. Im Gegenzug können sowohl bestehende Schuldzinsen als auch die Unterhaltskosten vom steuerbaren Einkommen bei der Steuererklärung abgezogen werden.

Erbschaft und Schenkung

Fragen rund um das Thema Erbschaft stellen sich viele erst spät. Verständlich, denn mit dem eigenen Tod beschäftigt sich niemand gern. Doch wer das Thema Erbe früh genug angeht, erspart den zukünftigen Erben einige Überraschungen.

Unentgeltliche Vermögenübergänge (beispielsweise durch Erbe, Vorempfang oder Schenkung) unterliegen der Erbschaftssteuer. Mit Ausnahme von Luzern wird zusätzlich eine gleichlaufende Schenkungssteuer erhoben. Im Falle einer Erbschaft wird die Steuer in dem Kanton erhoben, in welchem das betroffene Grundstück liegt. Die kantonalen Regelungen für Erbschafts- und Schenkungssteuern sind dabei sehr unterschiedlich. Steuerpflichtig ist jedoch immer der der Empfänger des Vermögens.

Die Steuersätze der Erbschaftssteuer sind nach Personengruppen unterteilt, wobei gilt: Je näher der Verwandtschaftsgrad, desto geringer ist die Steuerbelastung. Eltern sowie die direkten Nachkommen sind in den allermeisten Kantonen und Kommunen gänzlich steuerbefreit. Die Geschwister, Lebenspartner und übrige Erben müssen in der Regel einen Teil der Erbschaft versteuern.

In der Schweiz gibt es in den Kantonen ganz unterschiedliche Regelungen rund um das Thema Erbschaft und Schenkung. Eine regionale Marktkenntnis ist daher von enormem Vorteil. Wenden Sie sich in diesem Fall gern an den Service von HAUSGOLD, der Ihnen aus dem weiten Netzwerk fachkundiger Spezialisten den besten Ansprechpartner vermittelt.

Stand: 01/2015